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* in Praxisgemeinschaft

Team

in memoriam

 

Dr. med. Serban Dacian

Internist • Kardiologie

 

verstorben am 3. Mai 2005.

 

Trauerfeier im Mai 2005

 

Wir trauern heute um unseren hochgeschätzten Kollegen und lieben Freund Serban Dacian.

 

Als Arzt hat er einen hervorragenden Ruf erworben und für seine Patienten gegen Krankheit und Tod gekämpft. Für ihn selbst konnte die Medizin, als er schließlich zum Patienten geworden war, keine Aussicht auf Heilung mehr bieten.

 

Aufgrund seines bescheidenen und zurückhaltenden Wesens kannten nur wenige den Menschen Dacian, der sich hinter seiner beruflichen Instanz verbarg.

 

Geboren 1940, wuchs er in Bukarest im künstlerischen Umfeld des väterlichen Musiktheaters unter zunächst privilegierten Verhältnissen auf. Sein ursprünglicher Wunsch war, einen künstlerischen Beruf zu ergreifen wie sein Vater und seine Zwillingsschwester Leni, die Primaballerina wurde. Er wollte Schauspieler zu werden.  Einem seiner Charakterzüge, fehlendem schauspielerischen Talent, war es zu verdanken, dass er seinem älteren Bruder folgte und sich der Medizin zuwandte. Dieser Weg gestaltete sich zunächs schwierig, da er in der neuen rumänischen Volksrepublik als ehemals Privilegierter und nach Enteignung von familiärem Theater und Grundbesitz nicht studieren durfte. Es war erforderlich, zunächst nach Bulgarien auszuweichen, bis er 1965 sein Studium in Bukarest beendete und die kardiologische Ausbildung begann.

 

Als er 1972 im Rahmen eines Humboldt-Stipendiums nach Düsseldorf kam, war er bereits Kardiologe und verfügte über Erfahrungen auf dem Gebiet der Herzkatheterdiagnostik in der Erwachsenen- und Kinderkardiologie. Nach Ablauf des Stipendiums konnte er sich noch nicht zu einer Rückkehr nach Rumänien entschließen und trat 1973 eine Stelle als Vertragsarzt im gerade neu gegründeten Deutschen Herzzentrum München an.

 

Die endgültige Entscheidung, in Deutschland zu bleiben, fiel 2 Jahre später, als er seine Frau Evi kennen lernte. Dann ging alles ganz schnell: Heirat, Geburt der Tochter Dana 1976 und des Sohns Daniel 1978. Dacian hatte seine Familie gegründet, die bis zuletzt der Mittelpunkt seines Lebens blieb.

 

Nie abgebrochen ist der enge Kontakt zu seiner rumänischen Familie in der alten Heimat, die er auch unter schwierigen politischen Bedingungen so gut er konnte unterstützte und besuchte.

 

Das Herzzentrum blieb für 20 Jahre seine berufliche Heimat. Als Leiter des Herzkatheterlabors und Medizinal-Direktor war er entscheidend an dessen Aufbau mit der Entwicklung der invasiven Kardiologie beteiligt und Autor bzw. Co-Autor zahlreicher wissenschaftlicher Veröffentlichungen. In dieser Zeit, 1984, habe ich als junger Assistenzarzt ihn, den souveränen Invasivkardiologen, kennen gelernt. Ich hatte das Glück, sein Schüler zu werden und bekam im Laufe der Zeit Gelegenheit, auch den Menschen Dacian mit seinem Humor, seiner Zuverlässigkeit, schätzen zu lernen, auch seine Freundschaft zu gewinnen. Prägend, Ausdruck seiner Gewissenhaftigkeit und Sorgfalt war damals die Aussage von ihm, dem erfahrensten aller uns bekanten invasiven Kardiologen, er verspüre vor jeder Untersuchung, auch vor jedem Routine-Eingriff, Angst vor Fehlern und Komplikationen.

 

Er überraschte mit nicht zugetrauten Eigenschaften. Er, der sich auch nach 30 Jahren mit gesprochener oder selbst verfasster deutscher Sprache sehr schwer tat, zeigte sich in der Lage, grammatikalische Korrekturen in wissenschaftlichen Publikationen vorzunehmen.

 

1993 entschlossen wir uns, die Klinik zu verlassen und selbständig zu werden; eine Entscheidung, mit der er weitere Eigenschaften, nämlich Mut und Selbstvertrauen, bewies. Mit ihm zusammen wurde die neue Gemeinschaftspraxis in der Weinstrasse gegründet. Er brachte seinen Namen, sein Können und seine Erfahrung, seine Persönlichkeit ein und trug so maßgeblich zur positiven Entwicklung und zum Aufbau des neuen Herzkatheterlabors Nymphenburg im Krankenhaus Dritter Orden bei.

 

Immer wieder war die Familie sein zentraler Ankerpunkt. Bei familiären Anlässen wie Taufe oder Hochzeit der Kinder war er derjenige, der das strahlendste Lachen für die Fotografen präsentierte. Schon schwer gezeichnet von der Krankheit, genoss er noch 2 Wochen vor seinem Tod ein Zusammentreffen im Kreis seiner Familie und Freunde auch aus Kindheitstagen, bevor er am 3. Mai nach dem orthodoxen Osterfest im Kreis seiner Familie verstarb.

 

Vor der Einspielung eines weiteren, von seinem Vater gesungenen Lieblingslieds, das Dacian beim Zuhören zu Tränen rühren konnte, ein kleines Zitat ganz anderer Herkunft, das aber den feinen Humor widerspiegelt, mit dem wir ihn in Erinnerung behalten wollen:

 

Als Du auf die Welt kamst, weintest Du und um Dich herum freuten sich alle.
Lebe so, dass, wenn Du die Welt verlässt, alle weinen und Du lächelst.

 

Dieter Vaterrodt